Grundlagen der medizinischen Astrologie – von Marcos Monteiro

Zuerst eine wichtige Bemerkung: Ich schreibe über die Grundlagen der medizinischen westlichen (d.h., die in der westlichen Zivilisation praktizierten) traditionellen (wie im Laufe der Jahrhunderte praktizierten, mit kleinen Veränderungen, aber unter den gleichen Leitprinzipien) medizinischen Astrologie.

Hier einige Grundprinzipien:

1) Astrologie war niemals das Ganze. Sie wird als Werkzeug verwendet, das bei der Diagnose, Prognose usw. helfen kann. Sie hat nie medizinisches Wissen „ersetzt“, da es von Ärzten praktiziert wurde (die allgemeine Aussage dass „Jeder Arzt ein  Astrologe war“ ist eine sehr große Übertreibung. Jedoch war fast jeder Astrologe, der mit Krankheiten zu tun hatte, auch ein Arzt, oder jemand, der mit dem Handwerk zu tun hatte, irgendwie zu heilen. Ein Apotheker oder ein Chirurg zum Beispiel – sie waren nicht unbedingt Ärzte.).

2) Das Geburtshoroskop wurde weitestgehend ignoriert. Ja, im Gegensatz zu dem, was einige moderne Bücher über Astromedizin schreiben, war es egal, ob Sie eine Jungfrau oder ein Stier waren. Das Geburtshoroskop, das ein „Grundgerüst verschiedener Möglichkeiten“ darstellt, kann auf „Störungszonen“ in der Gesundheit hinweisen und, mithilfe der Beurteilung des Temperaments, einige Krankheitsmöglichkeiten ein- und andere ausschliessen. Seine beste Anwendung findet es jedoch in der Prävention, das heißt, Gesundheitsratschläge zu geben, um Menschen zu helfen, gar nicht erst krank zu werden. Bereits erkrankte Menschen wurden mit anderen Techniken behandelt. Hätten sie mit Hilfe von Progressionen, Revolutionen usw. behandelt werden können? Ja, und manchmal wurden sie es auch. Jedoch beinhaltete diese Methode zuviel unnötige Arbeit und auf Fingerspitzengefühl musste dann verzichtet werden. Die Methode der Stundenastrologie und Dekumbitur waren einfacher und mehr auf das Wesentliche konzentriert.

3) Alles basierte auf der Humoralpathologie. Da alles (und jeder) aus den vier grundlegenden Prinzipien besteht, die als „die vier Elemente“ bekannt sind, bestand jeder Körper aus einer Mischung von vier Säften: gelbe Galle oder roter Choler, luftiges Blut, Weissschleim, Schwarzgalle oder schwarzer Choler. Sie werden an bestimmten Stellen im Körper gespeichert und haben bestimmte Funktionen, und jeder von uns wird mit einem unterschiedlichen Verhältnis an ihnen geboren. Wenn einer von ihnen im Übermaß ist, fehlt, an der falschen Stelle oder „faulig“ ist, oder auch nicht richtig funktioniert, erkranken wir.

4) Stundenastrologie (und Urinproben) waren als Mittel der Frühdiagnostik sehr verbreitet. Die Urinfarbe gab Auskunft darüber, welcher Saft (Humores) im Übermass war, über den Grad des Ungleichgewichts und vielleicht, wo es im Körper lag. Stundenhoroskope dienten mehr oder weniger dem gleichen Zweck und gaben detailliertere Auskunft. Stundenastrologie konnte (und kann) auch für andere Zwecke verwendet werden: Zur Überprüfung, ob irgendein Heilkraut oder eine bestimmte Behandlung für diese Krankheit geeignet ist, um den richtigen Arzt auszuwählen, zur Überprüfung, ob eine Operation oder eine anderer Eingriff wirklich notwendig war, usw.

5) Das Dekumbitur wurde vom Astrologen zur Anpassung der Behandlung verwendet. Dekumbitur bedeutet so viel wie „sich niederlegen“. Es ist das Horoskop für den Moment, in dem der Patient von der Krankheit so geplagt wurde, dass er in sein Bett ging. Mit diesem Horoskop konnten die Ärzte Krisentage (Wendepunkte zum Guten oder zum Schlechten) und andere Dinge  identifizieren und die Behandlung dementsprechend anpassen. Dies beinhaltete engen Kontakt mit dem Patienten, nämlich seine visuelle, taktile und auditive Untersuchung und Kontrolle über die Behandlung. Die „Phasen“ der Krankheit wurden entweder durch den Mond (akute Krankheiten) oder die Sonne (chronische Krankheiten) bestimmt. Das können wir heute in der Regel nicht tun; Selbst wenn Sie ein Arzt sind, ist der gesamte Behandlungsablauf anders.

6) Die Behandlung wurde mit sanften Methoden begonnen, und wurde in der Stärke, je nach der Schwere des Problems und seiner Entwicklung erhöht. Als erstes wurden Änderungen der Gewohnheiten vorgenommen. Der nächste Schritt waren Umstellungen in der Ernährung. Dann Kräuter (einfach oder gemischt als komplexe Heilmittel, wie Tinkturen, etc.) und, je nachdem wo und wann, Edelsteine; schärfere Maßnahmen wären Bäder, Massagen, Einläufe, Erbrechen, Schröpfen, Aderlass usw.

vor 1 Monat

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